Mittwoch, 19. März 2008

endlich mal... basta!

Am Montag waren Basta im Senftöpfchen in Köln. Da ich nicht wusste, ob ich diese Woche überhaupt hier sein würde, hatte ich keine Karte gekauft. Allerdings war ich schon sehr lange nicht mehr auf einem Konzert gewesen (das letzte war im November 2006!) und ich war neugierig, wie die neuen Lieder live klingen würden. Also ging ich einfach mal hin (20 min Fußweg - ein kleiner Abendspaziergang...) und hoffte, eine einzelne Karte würde es bestimmt geben. Und es gab sie! (Wir waren zu fünft, die zusätzlich noch rein kamen.)

Das Senftöpfchen ist ein sehr kleines Theater, es gibt einen Balkon und es wird bewirtet. Ich saß oben an der Seite. Die ersten Tische unten stehen direkt vor der Bühne, und es führen drei Stufen direkt auf die Bühne. Eine ziemlich intime Atmosphäre!

Nachdem ich glücklich meinen Platz gefunden hatte, dauerte es noch eine kleine Weile, und dann kamen die 5 mit Mexiko auf die Bühne. Ich hatte nicht dieses Lied als Opener erwartet, doch es passte eigentlich ganz gut, da es den Stil der Band gut repräsentiert, aber keine Pointe, wie die meisten anderen Lieder, hat. Denn obwohl das Theater so klein ist, waren erstaunlich viele Neuhörer anwesend, wie die anschließende Umfrage von William ergab (mehr als die Hälfte, wenn ich's richtig gesehen hab!). Die Umfrage endete damit, dass William fragte, ob es jemanden gäbe, der unfreiwillig mitgeschleppt wurde. Es meldete sich tatsächlich jemand! emoticon-0104-surprised
Als kollektive Strafe machten die 5 dann gleich mit dem 3. Lied
emoticon-0105-wink weiter: Meine neue Freundin von Bodo Wartke. Ich persönlich mag die Basta-Version dieses Lieds nicht so gerne, da die große Pointe am Schluss fehlt, obwohl die Version ziemlich "rock'n'roll"ig ist, was auch wieder toll ist...
Mit einer Moderation über Murphys Gesetz leitete William zu Wer hat eigentlich gesagt über. Es war interessant, das Publikum zu beobachten, aber natürlich auch, wie es auf der Bühne rüber gebracht wurde. Erstaunlicherweise war die letzte Zeile sehr verständlich und löste - natürlich - viele Lacher aus.
Danach erzählte Thomas von den Comedian Harmonists, den Pionieren auf dem Gebiet "a cappella". Er meinte, sie seien wohl die einzige Gruppe der Szene, die noch vor dem Originalpublikum spielen. Ich nehme mal an, dass das eine Standardansage ist, doch an diesem Abend stimmte es sogar! Alexandra Kassen, die Besitzerin des Senftöpchens, war auch da, und die kannte die Comedian Harmonists - im Foyer hängt ein Foto von ihrem Mann mit ihnen. Es folgte Wir wollten doch nur Freunde sein, das im Stil der 20er Jahre ist.
Jetzt war Werner an der Reihe mit moderieren, und er erzählte, wie leicht Mann - aber eben auch Frau - in der Disko jemanden kennen lernen kann. Die Tanzeinlage war mal wieder erste Sahne!!
emoticon-0137-clapping
Ich hab es nicht mitbekommen, aber für das nächste Lied - Surfen gehen am Rhein - muss René die Schuhe gewechselt haben. Er hatte nämlich Skater-Schuhe mit integrierten Rollen an, sodass er über die Bühne "surfen" konnte. Sah echt cool aus, und war sehr überraschend! Bei diesem Lied gab es den ersten Texthänger des Abends. Die Wise-Guys-Stelle singen sie übrigens selbst...
William erzählte, dass er und René Einladungen zum ersten Klassentreffen erhalten hätten, und die Leute dort sich eigentlich nicht verändert hätten. Von einer Veränderung erzählte jedoch das nächste Lied: Julia. Die Live-Version ist sehr rockig, es wurden die Luftgitarren ausgepackt.
emoticon-0125-mmm Und Werner zeigte wieder einmal, wie beweglich er ist: Eben stand er noch, dann kniete er, und als hätte er Gummi gefrühstückt, lag er plötzlich auf dem Bauch - singend natürlich!
Thomas erzählte nun auch von seinem Klassentreffen, allerdings war er der Meinung, dass es bei solchen Veranstaltungen eher ums Trinken geht als um den Erfahrungsaustausch. Doch man müsse aufpassen damit, sonst finde man sich allzu schnell in Situationen wieder, die gerne auch mal merkwürdig werden können. Der Beweis war das nächste Lied: GEZ.
William kündigte nun etwas mehr Romantik an, doch man kann da bei Basta ja nie ganz sicher sein. Mit romantischen Intro, gefolgt von einem wütendem William kam nun Du tropfst. Die Reaktionen im Publikum waren punktgenau...
emoticon-0136-giggle
Als letztes Lied vor der Pause kündigte Werner einen ganz harten Kerl an - der leider etwas schüchtern sei. Wer sich fragt, wie das gehen soll, muss einfach mal René live sehen mit Wild Thing!

Nach der Pause ging es mit Sonne und Regen weiter, hier versemmelte Werner die erste Strophe. Die wollte er nach dem Konzert an der Kasse nachreichen (hat er natürlich  nicht gemacht, war ja klar emoticon-0105-wink.)
Es sollte ein Lied über Fußball, quasi als Einstimmung auf die EM in Österreich folgen. Hä? Welches Lied über Fußball? Das Lied über die etwas andere Randgruppe natürlich - die Spielerfrauen!
Da sie sich aber - leider! - nicht so gut mit diesem Thema auskennen, folgte ein Lied mit Themen, die sie können: Sex und Gemüse. Klar, Lauch.
Es folgte eine Philosphie-Stunde über Beziehungen, und wie man diese retten kann. Nicht mehr zu retten ist allerdings die gewesene Beziehung, von der nun erzählt wurde: Glaubst du, ich häng noch an dir. Im Gegensatz zur CD sang hier René die Hauptstimme, aber das passt auch sehr gut! Er hatte ein Bild seiner "Verflossenen" bei sich, das er im Lauf des Lieds zerriss. Als er es jedoch am Ende hoch hielt, hatte er ein Herz in die Mitte gerissen!
Danach kontrollierte William, ob Kinder im Raum seien - es waren keine da. Dann konnte er in Ruhe die anwesenden Eltern vor den Gefahren der Musik von Rammstein warnen. Das Beispiel folgte in Form von Blutwurst. Dieses Lied mag ich nur live, es ist mir einfach zu nah am Original... Thomas nutzte die Publikumsnähe und ging die 3 Stufen in den Zuschauerraum, um die Leute direkt anzusingen. Allerdings: Stufen, die man runtergeht, muss man auch wieder hoch gehen! Das hatte er anscheinend vergessen, denn er stolperte sie rückwärts hoch und fiel auf die Bühne, die Folge war natürlich ein Texthänger.
Es folgte 50 Dinge, das ich einfach genoss. Noch eins der wenigen ernsten, schönen Lieder.
emoticon-0100-smile
William bedankte sich danach bei einer Person, die eigentlich immer zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, die aber dennoch sehr wichtig sei. Nach langem Hin und Her ging er auf Andreas (den Bass) zu und  meinte, er dürfte jetzt auch mal eine Hauptstimme singen ("Versau's nicht!"). Und Andreas sang Merci, dass es mich gibt. Er hatte es tatsächlich fehlerfrei geschafft, und bekam einen großen Applaus.
Werner erzählte von der Schönheit nordischer / schwedischer Volksweisen, die man allerdings nicht immer ganz richtig verstehen würde. Bei den ersten Tönen des folgenden Lieds war spätestens allen klar, dass ABBA gemeint war: Esso (SOS). Wieder mit toller Tanzeinlage von Werner!
Vom Norden in den Osten, denn Thomas stellte dem Publikum ein Rätsel: Im folgenden Lied sei irgendwo eine osteuropäische Hauptstadt versteckt. Es folgte ein kollektiver Lachanfall beim Beginn von Bratislava Lover. (Beim letzten Konzert gab es diese Ansage auch schon, und ich kannte auch das Lied, aber ich musste so sehr lachen, dass ich mich verschluckt habe
emoticon-0122-itwasntme...)

Damit war der offizielle Teil zu Ende. Doch natürlich gab es auch Zugaben! Als erstes gab es For the longest Time in der "Originalfassung": Ohne Mikros und mit lustiger Choreographie.
Weihnachten fängt immer früher an, zumindest in den Geschäften. Um einmal wirklich die ersten zu sein, folgte nun ein Weihnachtslied für Weihnachten 2010: Schinkenpelz (Jingle Bells).
Und natürlich hatten sie auch noch einen Schlager parat: Er gehört zu mir, gesungen von "Herbert Rosenberg"-René. Es war wie immer spitze, auf jedem Konzert bisher habe ich dieses Lied gesehen und kann einfach nicht genug bekommen! Man kann das Original danach nie wieder ernsthaft hören...

Im Afterglow sangen sie dann noch Barbara Ann. Da das Senftöpfchen so klein ist, gab es hinterher keinen Verkauf, und signiert wurde auch nicht. Es waren viele Angehörige da, und auch Fanclub-Leute, mit denen die 5 dann redeten, eine sehr familiäre Atmosphäre...

Ich sollte wieder öfter auf Basta-Konzerte gehen!

Kommentar veröffentlichen