Montag, 19. Mai 2008

Gegen Ende der Spielzeit...

Tja. So schnell kann's gehen. Die Saison ist fast schon wieder vorbei. Ich hab noch einiges gesehen (und werde es wohl auch noch emoticon-0100-smile ), hier erst mal eine kleine Zusammenfassung:

  • Der Gott des Gemetzels (Yasmina Reza / Schauspielhaus):
    Eine Art Studie über die Ehe. Loriot weiter gedacht - und zum Teil fast zitiert. Zu empfehlen, läuft derzeit fast überall in Deutschland. Am besten mit dem Partner anschauen, mir kam es so vor, als hätten die, die am längsten verheiratet sind, am herzhaftesten gelacht...

Anja Laïs, Markus John, Maria Schrader

  • Die Nibelungen (Friedrich Hebbel / Schauspielhaus):
    Ein Klassiker. Modern umgesetzt, aber sehr eindringlich. Ich hab die letzte Vorstellung der Spielzeit gesehen, kommt aber wieder. Auf dem Nachhauseweg hatte ich immer noch die gellenden "Recht!!"-Schreie Kriemhilds im Ohr.

 Tiziana Bertoncini, Maja Schöne (Brunhild), Carlo Ljubek (Siegfried), Sue Schlotte

  • Stunde Null - Vol. I-III (Nuran David Calis / Halle Kalk):
    Eine Uraufführung über das Leben der Gastarbeiter und Einwanderer und ihrer Kinder. Vol. I handelte von den italienischen Gastarbeitern, die in den 50er Jahren kamen, von Cappuccino und deutschem Filterkaffee ("Plörre!"). In Vol. II, angesiedelt in den 60er Jahren in der Türkei, nimmt erst ein Mädchen Abschied von ihrer Jugendliebe, um nach Deutschland zu gehen, später treffen sich die beiden wieder, und wissen nicht (mehr), was richtig und falsch, deutsch oder türkisch, alt oder neu ist. Im Heute in Essen spielt Vol. III, wo ein Jurist auf Grund seiner iranischen Herkunft keine Arbeit findet und daher beschließt, in die Heimat seiner Großeltern zurückzukehren,die er nicht kennt und deren Sprache er nicht spricht.

Judith van der Werff, Rezo Tschchikwischwili (Vol. II)

  • La Trilogia della Villeggiatura / Die Trilogie der Sommerfrische (Carlo Goldoni / Schauspielhaus):
    5 Stunden Theater - aber das ist total in Ordnung! Die Schauspieler kommen jeweils zur Hälfte aus dem Ensemble und aus Italien, und es werden auch beide Sprachen gesprochen. Ich kam aus dem Theater und dachte fast nur noch italienisch: "Buona sera. Como estai? Si, si. Buona notte!"
    emoticon-0102-bigsmile Anfangs gab es noch Übertitel, aber erstens reden Italiener eigentlich viel zu schnell und zweitens versteht man vieles auch so. Schade nur, dass es so leer war.

Anja Laïs, Jennifer Frank, Emilio Vacca, Birgit Walter, Enrico Roccaforte, Nicole Kehrberger, Michael Weber

  • Un ballo in maschera (Ein Maskenball) (Giuseppe Verdi / Opernhaus):
    Die allerletzte Premiere der Spielzeit! (Die letzte im Schauspiel habe ich leider verpasst.) Und dann auch noch das: Startenor José Cura (siehe Cavalleria Rusticana/Pagliacci) inszenierte zum ersten Mal. Ich finde die Inszenierung in Ordnung, es geht sicherlich besser, aber hey, was will man von einem Anfänger erwarten?
    emoticon-0100-smile

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